Die Beschlüsse der Großen Koalition – was ändert sich beim Familiennachzug und im Ausländerrecht?

Referent/in
Manfred Neuhöfer
Zielgruppe
Führungskräfte und Mitarbeiter aus der Wohnungsvermietung und -verwaltung, Hausmeister, Techniker, Sozialarbeiter
Termin
Dienstag, 23. Okt 2018  — 9:30 - 16:30 Uhr
Ort
Hannover, vdw Niedersachsen Bremen e. V.
Gebühren

290 EUR – Frühbucherpreis: 270 EUR (gilt für Anmeldungen bis einschließlich 25.09.2018)

Ziel und Inhalt

Noch immer sind nicht alle Flüchtlinge mit geklärtem Aufenthaltsstatus in Mietverhältnisse mit normalen BGB-Mietverträgen gewechselt. Vielerorts sind gerade kleine Wohnungen für Ein-Personenhaushalte knapp, zumal die ehemaligen Flüchtlinge und Asylbewerber dort vielfach mit einheimischen Bedarfsgemeinschaften und Single-Haushalten konkurrieren.

Nun sind mit den ausländerpolitischen Beschlüssen der Großen Koalition weitere Weichenstellungen beim Familiennachzug zu erwarten, insbesondere für Menschen aus Syrien. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das: Kleine Wohnungen werden noch mehr als bisher mit Familiennachzügler überbelegt, die Nachfrage nach größeren Wohnungen steigt sprunghaft an.

Aus Sicht der Wohnungswirtschaft stellt sich nun die Herausforderung, die Auswahl der Mietinteressenten vor diesem Hintergrund der umfassenden Familienzusammenführung sorgfältig und rechtssicher zu steuern und den Bedarf realistisch abzuschätzen. Außerdem sind auch die neu zugezogenen Familienmitglieder ebenfalls in allen Fragen des Wohnverhaltens zu sozialisieren. Die Notwendigkeit bleibt, diese noch nicht integrierten Bewohner mit deutschen Vertrags- und Verhaltensnormen und dem richtigen Gebrauch der Gebäudetechnik vertraut zu machen und in die bestehenden Nachbarschaften möglichst konfliktfrei einzufügen. Dafür sind Hausmeister, Vermieter und Haustechniker sowie die sonstigen mit dieser Gruppe im Kontakt stehenden Mitarbeiter interkulturell zu schulen, um diese ausländerrechtliche, kommunikative und auch mietrechtliche Herausforderung bewältigen zu können.

Ziel:

  • Rechtssichere Vermietung nach Antidiskriminierungsgesetz, einheitliche Auswahlkriterien, Korruptionsprävention
  • Ausländerrechtliche Grundlagen verstehen – einschließlich der neuen Beschlüsse
    der Großen Koalition - und als Kriterien bei der Auswahl von Mietinteressenten nutzen
  • typische Probleme in der Betreuung und im Wohnzusammenhang identifizieren und systematisieren
  • Handlungsalternativen gemeinsam diskutieren und Prioritäten entwickeln
    (Konfliktprävention, Mietvertragsfähigkeit herstellen)
  • Grenzen von Kundenorientierung definieren mit dem Ziel einer realistischen Erwartungshaltung an die operativ tätigen Mitarbeiter; sich trauen, „nein" zu bestimmten Verhaltensweisen zu sagen

Inhalt:

  • Bildungssystem, Ökonomie, Bedeutung von Familie,Korruption, Verhältnis zu staatlichen Autoritäten, Stellung der Frau
  • typische Alltagsgewohnheiten, Feste, Tagesablauf, Geschlechtertrennung
  • Probleme bei der Identifikation von verschleierten Frauen,
    Umgang mit Vielehen und Ehen mit Minderjährigen (Vertragsfähigkeit nach BGB)
  • Ausländer- und Aufenthaltsrecht, inkl. der neuen politischen Weichenstellungen der Großen Koalition
  • Wohnsituation und -verhalten hier und in den Heimatländern, Bedeutung/geringe Wertschätzung des halb-öffentlichen und öffentlichen Raumes im Hinblick auf z. B. Sauberkeit, Pflege
  • Prävention von Versicherungsschäden
  • Islamisten als Mieter
  • Deutsche Nachbarn und neue Mieter aus dem Orient

Nach Identifizierung der wichtigsten Konflikte und „pädagogischen Herausforderungen" im Umgang mit Flüchtlingen werden gemeinsam mit den Teilnehmern Handlungsmuster und konfliktvermeidende Kommunikationswege entwickelt. Identifiziert werden fehlende Hilfsmittel wie einfach gehaltene muttersprachliche Anleitungen und Comics/ Piktogramme für Analphabeten etc.

Schließlich werden Grenzlinien bei der Anpassungsfähigkeit von Seiten der Wohnungsunternehmen im Umgang mit den neuen Mietern definiert. Dabei geht es um Situationen wie:

  • kein Zutritt in die Wohnung für männliche Mitarbeiter (Haustechniker);
  • Ablehnung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters wegen ihres/ seines Geschlechts
    mögliche Rassismusvorwürfe beim Verlangen nach ungerechtfertigter Bevorzugung und Vorteilsgewährung
  • Konfliktkonstallation männlicher orientalischer Mietinteressent – junge deutsche Mitarbeiterin

Hier werden Rollenspiele und sonstige Übungen mit den Teilnehmern auf freiwilliger Basis eingesetzt.


Kontakt

Inhalt: (05 11) 12 65-1 26 – Karsten Dürkop
Organisation: (05 11) 12 65-1 09 – Lara Ghanem
Fax-Anmeldung: (05 11) 12 65 – 1 11
E-Mail-Anmeldung: seminare@vdw-online.de


Anmeldung

Zur Übersicht der Seminare