„Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung!"

Hannover. Das Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen vermeldet nicht mehr und nicht weniger als eine Trendwende am Wohnungsmarkt. Die Auguren sehen bereits wieder „erschwingliche Miet- und auf Kaufpreise" und vermelden ein „Ende des Immobilienbooms". Diesem vorschnellen Urteil können wir uns in keiner Weise anschließen! Ganz im Gegenteil: Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, die der vdw Niedersachsen Bremen und seine 170 Mitgliedsunternehmen vertreten, gibt es überhaupt keinen Anlass zur Entwarnung!

Verbandsdirektor Heiner Pott sagt dazu: „Weiterhin und vermutlich noch auf viele Jahre hinaus fehlt es in unseren Städten und Gemeinden an bezahlbarem Wohnraum. Die Betroffenen sind ältere Menschen, Alleinerziehende, Familien, Berufsstarter und viele andere, die auf der Suche nach einer erschwinglichen Wohnung sind. Sie sind die Leidtragenden. Ihnen hilft es überhaupt nichts, wenn der elitäre Wohnungsneubau nun etwas an Dynamik zu verlieren droht. Ihnen ist auch nicht damit geholfen, wenn die Kaufpreise in den großen Metropolen wie Berlin, München oder Stuttgart in den nächsten Jahren aus wirklich absurden Höhen um rund ein Viertel sinken werden. Ihnen fehlen jetzt und hier Wohnungen, die sie mit ihrer Rente, ihrer Ausbildungsvergütung oder auch mit einem soliden Familieneinkommen bezahlen können.

Das Gutachten und die kursierenden Kommentare senden ein fatales Signal: Denn die Ziele am Wohnungsmarkt sind mitnichten erreicht. Die Politik darf jetzt nicht in ihren Anstrengungen für einen sozial gerechteren Wohnungsmarkt nachlassen. Wer sich jetzt zurücklehnt, begeht einen dramatischen Fehler. Wir brauchen noch viele Jahre lang öffentliche Förderung. Wir brauchen mehr Bauland zu günstigen Preisen. Wir müssen die Baukosten nachhaltig senken und die Kapazitäten im Bauhandwerk erhöhen. Wohnungsbau muss Chefsache werden in den Kommunen. Keine Atempause – das ist unsere Schlussfolgerung aus dem Frühjahrsgutachten."