Neuland forciert Abriss von Großprojekten

Abriss und Neubau – das ist in vielen Bereichen des vdw das Gebot der Stunde. Zwei spektakuläre Abrissprojekte gab es zuletzt in Wolfsburg. Sogar Bauminister Olaf Lies hatte sich vor Ort ein Bild von den Arbeiten gemacht. Wie sieht es aktuell auf den Baustellen aus?
„Will das noch jemand oder kann das weg?" Für zwei stadtbildprägende Wohnkomplexe in Wolfsburg hat sich jetzt der Daumen gesenkt. Völlig alternativlos, möchte man sagen, denn die Probleme an den Kettenhochhäusern in Westhagen und beim Stufenhochhaus in Detmerode sind immer offenkundiger geworden. Und wenn auch die Lokalpresse mit leicht verklärtem Blick von „zwei Wahrzeichen" spricht, steht doch unterm Strich: Die Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren entsprachen längst nicht mehr den Vorstellungen zeitgemäßen Wohnens. Nicht nur ästhetisch, sondern zumindest im Fall des
von 1965 bis 1967 nach den Plänen von Paul Baumgarten errichteten Stufenhochhauses (172 Wohneinheiten), auch gesundheitlich. Die Asbestentsorgung ist eine der großen Herausforderungen, mit denen sich die Neuland Wohnungsgesellschaft herumplagen muss. Mittlerweile sind die Abrissarbeiten kräftig vorangekommen, das Stufenhochhaus ist bereits völlig verschwunden. Bereits im Frühjahr will die Neuland nach Auskunft von Geschäftsführer Hans-Dieter Brand auf dem Grundstück mit dem Bau von vier neuen Wohnhäusern mit vier bis elf Stockwerken beginnen. Insgesamt werden dort 218 neue Wohnungen entstehen.
Bis die letzte der insgesamt 200 Wohnungen in den 1973 erbauten Kettenhochhäusern in Westhagen dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist, wird es noch einige Monate dauern. Es ist eine mitunter zähe Angelegenheit, denn der gewaltige Gebäudekomplex wird praktisch Wand für Wand auseinandergebaut.

Fotos: Hans-Dieter Brand, Wolfsburg