Wohnungswirtschaft will „Bündnis für Wohnen"

Hannover. Die niedersächsische Wohnungswirtschaft schlägt der Landesregierung vor, ein „Bündnis für Wohnen" einzurichten. Ziel ist es, in den nächsten Jahren die Neubauzahlen kontinuierlich zu steigern. „Auch der Sozialwohnungsbau muss angekurbelt werden. Denn es ist unerträglich, dass heute selbst Normalverdiener mit ihren Familien in unseren Städten große Schwierigkeiten haben, eine bezahlbare Wohnung zu finden", sagte vdw-Direktor Heiner Pott beim Neujahrsempfang seines Verbandes am Donnerstag in Hannover. An Umwelt- und Bauminister Olaf Lies, der erstmals in seiner neuen Funktion Gast bei der Wohnungswirtschaft war, appellierte Pott: „Die Zeit drängt. Wir brauchen dringend ein Signal für mehr bezahlbaren Wohnungsbau."

Zahlreiche immobilienwirtschaftliche Verbände, der Mieterbund und die Architekten-kammer haben sich bereits der Initiative des vdw angeschlossen. „Wir wollen die Baukostenentwicklung in den Griff bekommen und die öffentliche Wohnungsbau-förderung neu justieren. Außerdem sollen die Städte ihre Steuerungskraft in der Baulandpolitik zurückgewinnen. Dazu müssen Land, Kommunen, Vermieter und Mieter an einen Tisch", sagte vdw-Chef Pott vor mehr als 200 Gästen im Alten Rathaus.

Der vdw verweist darauf, dass Bündnisse zum Wohnen auf kommunaler Ebene in einigen Städten bereits sehr gut funktionieren. Außerdem habe die Wohnungswirtschaft schon mehrfach konstruktiv mit dem Land zusammengearbeitet, unter anderem in der Konzertierten Aktion Bauen und Wohnen, in der Flüchtlingsinitiative „Niedersachsen packt an", in der „Sicherheitspartnerschaft im Städtebau", bei Fragen zur Quartiersentwicklung und in der Klimaschutzagentur. Darüber hinaus ist die Investitionsbereitschaft der vdw-Mitglieder noch nie so groß gewesen wir derzeit: Im vorigen Jahr haben die Ausgaben für Neubau und Bestandsentwicklung erstmals die Eine-Milliarde-Euro-Grenze übertroffen. „Die Erfolgsaussichten eines Wohnungsbau-Bündnisses sind also gut", zeigte sich Pott optimistisch.