Verbandstag 2018

Mehr als 100 Mitgliedsunternehmen in Lüneburg vertreten / Vielfältiges Programm

Politische Diskussionen beherrschen den Verbandstag

Lüneburg. Die verfahrene Situation an den Wohnungsmärkten war das meistdiskutierte Thema beim diesjährigen vdw-Verbandstag in Lüneburg. Sowohl in der Mitgliederversammlung, als auch in der Öffentlichen Veranstaltung und bei einem Pressespräch (siehe nebenstehenden Text) hat Verbandsdirektor Heiner Pott die Landesregierung gedrängt, endlich auch eigene Mittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. „Es wird nicht reichen, nur das Geld vom Bund weiterzureichen. Sonst brennt irgendwann die Hütte."

Fast 300 Teilnehmer hatten sich für den Verbandstag angemeldet. Zwei Tage lang standen Informationen und Gespräche rund um die Wohnungswirtschaft auf dem Programm. Im Ausstellungsbereich gaben verschiedene Firmen Auskunft über ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen. Im Tagungssaal gaben sich Experten aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen die Klinke in die Hand. Prof. Dr. Thomas Nern vom wohnungswirtschaftlichen Lehrstuhl in Holzminden gab einen Einblick in die Auswertungsmöglichkeiten soziodemographischer Daten, um etwa die Entwicklung von Quartieren noch besser steuern zu können. GdW-Präsident Axel Gedaschko, frisch von der Konstituierung der Baulandkommission in Berlin nach Lüneburg gereist, gab einen Überblick über die komplexe wohnungspolitische „Gefechtslage" auf Bundesebene. Bemerkenswert, so Gedaschko, sei doch, dass die Fertigstellungs- und jetzt auch die Genehmigungszahlen rückläufig seien. Dieser Trend könne niemand gefallen, der sich für mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzt.

Bei der Öffentlichen Veranstaltung betonte Verbandsratsvorsitzender Andreas Otto: „Die Wohnungswirtschaft hat Konjunktur." Verbandsdirektor Pott ergänzte: „Die Situation am Wohnungsmarkt ist derzeit das beherrschende Thema." Oberbürgermeister Ulrich Mädge hob die „soziale Bedeutung" hervor, die eine gute und sichere Wohnraumversorgung für eine Gesellschaft habe. Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Bauministerium, und Jens Deutschendorf, Staatsrat beim Bremer Bausenator, betonten die Wichtigkeit der landeweiten Wohnungsbau-Bündnisse. Deutschendorf nannte die Bremer Initiative „eine Erfolgsgeschichte". Doods sagte, die Forderung des vdw, des Städtetages und anderer Bündnisteilnehmer nach mehr finanzieller Unterstützung durch die Landesregierung sei absolut nachvollziehbar. Im Festvortrag verwies Prof. Dr. Sven Voelpel auf die Folgen der demografischen Entwicklung und gab den Rat: „Jeder bestimmt selbst, wie alt man ist."

In der Fachtagung berichtete Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt sehr unterhaltsam über die „Generation Z", die auch bei der Nachwuchsgewinnung in der Wohnungswirtschaft im Fokus stehe. Joerg Wacha gab einen Vorgeschmack auf die vdw/VNW-Fortbildungsveranstaltung „Agiles Unternehmen". Und Gerd Prause referierte über die Vorzüge von Holzbauweise im Wohnungsbau. Auch hierzu bietet der vdw im kommenden April eine vertiefende Fachtagung an.

Der nächste Verbandstag findet am 3./4. September 2019 in Wilhelmshaven statt.

 

Zur Übersicht der Bildergalerien